Das Glück

Das Glück sitzt vorm Kamin und wärmt die Füße
Es hält ein Gläschen Rotwein in der Hand
Gern kuschelt sich´s bequem in eine Decke
und träumt von einem weit entfernten Land

Man hört das Holz im Feuer leise knistern
Die Schatten sind erhellt vom Kerzenlicht
Es schaukelt ganz vergnügt in seinem Sessel
und hat ein zartes Lächeln im Gesicht

Es liest in einem Buch, blättert die Seiten
und summt ganz sanft ein Liedchen vor sich hin
Dann blickt es lang durchs Fenster in die Ferne
und die Gedanken schweifen still dahin

Wenn du erneut versuchst, das Glück zu finden
und vor Verzweiflung weißt nicht mehr wohin
Mein Rat: Such nicht verbissen in der Ferne
Es wartet oft ganz einsam am Kamin

Heiligabend

Der Schnee rieselt leise vom Himmel
Die Lichter erhellen die Nacht
Die Bäume probieren die Kleider –
die schneeweiße schimmernde Pracht

Der Wind wirbelt frech durch die Gassen
und schaut durch die Fenster hinein
Ist alles bereit für den Abend?
Es duftet so herrlich und fein

Das festliche Mal ist im Ofen,
der Tannenbaum prächtig geschmückt
Es lachen die fröhlichen Kinder
Die Glöckchen erklingen entzückt

Ein Schneeflöckchen gleitet vom Himmel,
ganz winzig, zerbrechlich und fein
Es schaut ringsumher, und erfreut sich:
Wie schön, denn ich bin nicht allein.

 

Und Du?

Ich möchte gern etwas erreichen
Ich möchte einzigartig sein
Ich möchte nach den Sternen greifen
So hell sein wie der Sonnenschein

Ich will so viel und bin so wenig
Ein kleines Korn im Wüstensand
Ich bin ganz klein und unauffällig
Bin von der Mitte nur der Rand

Ich bin wie du und doch ganz anders
Davon bemerkst du leider nichts
denn du bist hier auf deiner Reise
Du suchst nach deinem eig’nen Ich

Man ist so sehr mit sich beschäftigt
und sieht den and’ren einfach nicht
Im Gegenzug will man bestaunt sein
Ein Held – verehrt im Rampenlicht

Wir sind hier alle auf der Suche
bis zu dem allerletzten Tag
und meistens wollen wir das Gleiche:
Bloß, dass uns jemand wirklich mag

Was ist richtig?

Wenn ich dich reich beschenk und alles für dich tue
Wer sagt mir, dass es weise ist?
Ich wache in der Nacht und flüst’re ein Gebet
Wer sagt mir, wann’s zu leise ist?

Vom Himmel hol ich dir den allerhellsten Stern
Wer sagt mir, ob er wertvoll ist?
Ich eile dir voraus und ebne dir den Weg
Wer sagt mir, ob es sinnvoll ist?

Ich gönn mir keine Rast, bin immer für dich da
Wer sagt mir, dass es richtig ist?
Ich halt dich an der Hand und geh ein Stück mit dir
Ich weiß nur, dass mir‘s wichtig ist!